Archive for September, 2007

5. Wenn man ein rostiges Teil abnimmt…

…kann es schonmal passieren, dass man darunter ein noch viel rostigeres Teil entdeckt. So oder so ähnlich wurde es mir jedenfalls immer erzählt, besonders in Bezug auf den Rhodesier. Ich muß zugeben, ich habe diesen Spruch nie so ganz ernst genommen, wurde in letzter Zeit jedoch eines Besseren belehrt.

Also von vorne. Nachdem ich die neue Spritzwand so gut ich es eben nur konnte auf den Einbau vorbereitet habe, haben wir uns an einem Samstag Morgen getroffen und an die Demontage des Rhodesiers gemacht. Der Plan war ja eigentlich den Wagen bis zur B-Säule von der Karosserie zu befreien, dann die Spritzwand zu tauschen und danach noch die vorderen Federaufnahmen am Rahmen zu erneuern, das heisst zu schweissen. Zeitlich hatten wir gedacht, optimistisch wie wir nunmal sind, kann man das gröbste innerhalb von zwei Tagen erledigen und den Wagen spätestens bis zum nächsten Wochenende wieder aus der Werksatt raus haben. Wenn da nicht die vielen unvorhersehbaren Problemchen wären.

Eines der nervigsten und zeitraubendsten Probleme bei so einer Demontage sind alte und eingerostete Schrauben und Muttern. Man was habe ich geflucht. Eigentlich müsste man bei solch einer Angelegenheit gleich mit der Flex ans Werk gehen und gar nicht lange herum diskutieren. Aber nein - man versucht es ja doch immer wieder erst auf die zivilisierte Art und Weise. Trotzdem sah der Wagen nach einer gewissen Zeit dann so aus.

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Der Abbau der Frontscheibe hat dann erst einmal für ein wenig Heiterkeit gesorgt. Irgdnwie kamen wir uns vor wie Schatzsucher, schliesslich erstrahlten vor uns plötzlich eine D-Mark-Münze, ein 10er Schraubenschlüssel und diverse Unterlegscheiben.

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Allerdings ging mir beim Anblick des Rostfrasses an der Spritzwand auch auf warum ich den letzten Wochen bei Starkregen immer nasse Füsse bekommen habe. Irgendwie bin ich bei den Löchern ja direkt froh, dass ich nicht ertrunken bin im Auto.

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Kurz darauf ging es weiter. Ich hab weiter mit den rostigen Schraubverbindungen gekämpft und Niko hat sich mal so langsam der Elektrik gewidmet. Ich hab es zwar nicht gesehen, da unter dem rechten Kotflügel liegend, aber das musste ich auch nicht. N. hat sich oft und laut über die Elektrobasteleien geäussert und ohne hier weiter ins Detail gehen zu wollen, er klang nicht glücklig. Zum Glück hab ich ja nix damit zu tun.

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Irgendwann haben wir auch den rechten Kotflügel bezwungen und somit den Wagen erst einmal so weit zurück gebaut, wie wir ihn brauchten.

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Zum Anheben des bulkheads haben wir den Motorkran genommen. Einfach ein schmales Seil durch die Scharniere für die Scheibe gefädelt, eingehängt und hoch.

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Nachdem die alte raus war und neben dem Wagen abgesetzt wurde, haben wir uns daran gemacht Sachen wie Armaturenbrett, Kabelbaum, Bremsleitungen, Lenkgetriebe usw. zu entfernen um sie dann gleich wieder an die bereit stehend neue anzubauen. In dem Augenblick hatten wir immer noch die Hoffnung Samstag Abend oder Sonntag Morgen die neue einsetzen zu können.

Den ersten Dämpfer gab es beim Anblick der Bremsleitungen, welche an einigen Stellen einfach so angerostet waren, dass da nichts anderes als ein Austausch in Frage kam. An sich ja nichts schlimmes, nur ist so eine Erkenntnis am Samstag Nachmittag ohne ein bereit liegendes Ersatzteil nicht so schön.

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Der nächste Dämpfer wurde mir beim Anblick der outrigger unter der Spritzwand versetzt. Ich hab mir die eigentlich auch eher zufällig so genau angeschaut, da ich die Reste eines mal abgerissenen Spritzlappens versucht habe zu entfernen. Der war auf der Fahrerseite installiert und mit der Vorderseite des outriggers verschraubt. Nachdem alle Schrauben weg waren und ich die Gumimatte entfernen konnte, hatte ich freie Sicht auf eine auffällig wellige Fläche (sollte ja eigentlich glatt sein - oder?!). Ich habe mir dann einen Schraubendreher genommen und gestochert und bin auch prompt durchgestossen. Klar - das ist alles machbar, aber ich hab mich trotzdem erst einmal wie überfahren gefühlt.
Diese Erkenntnis bedeutete erst einmal, dass der Zeitplan in der Form nicht mehr haltbar war. Schliesslich müsste ich erst einmal Ersatz bestellen usw. Ausserdem sah ich mich in dem Augenblick schon fast mit dem “Ich hab mein Auto bis zur Fahruntüchtigkeit auseinander gebaut komme aber nicht zum Zusammenbau, da mir die Motivation fehlt”-Syndrom konfrontiert, vor dem man mich immer gewarnt hat (aus heutiger Sicht eine unbegründete Befürchtung - fast jedenfalls) . Und das Schlimmste, was mir in dem Augenblick am meisten die Laune versaut hat, war die Erinnerung an den Satz von Hannes, den ich schon seit Wochen im Ohr hatte: “Junge, wenn Du Dich später nicht schwarz ärgern möchtest kauf Dir gleich einen neuen Rahmen und da unten ist Ruhe.”

Mhhhmmm…

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Daniel on September 30th 2007 in Der Rhodesier